Wohnüberbauung „Wohnen an der Sonnhalde“, Waldkirch

Mit mehr als 140 Wohnungen zählt die Überbauung „Wohnen an der Sonnhalde“ zu den größten Wohnbauprojekten im gesamten Elztal. Die exponierte Hanglage, die komplexe Bauwerksgeometrie sowie die umfangreichen Anforderungen an Logistik, Bauablauf und Ausführung machten dieses Projekt zu einer besonderen Herausforderung.

Bereits in der Arbeitsvorbereitung war eine detaillierte Planung der Kranstandorte und der sich mit dem Baufortschritt „nach oben bewegenden“ Baustelleneinrichtung erforderlich. Eine besondere Herausforderung stellte dabei die Koordination der parallel durch KB ausgeführten Holzbauarbeiten und Massivbauarbeiten dar.

Für die Umsetzung der beiden Gewerke mussten insgesamt drei Obendreherkrane und ein Turmdrehkran so im Hang positioniert werden, dass sowohl die Arbeiten im Holzbau als auch im Massivbau wirtschaftlich und technisch optimal abgewickelt werden konnten. Aufgrund der topografischen Gegebenheiten waren teilweise Krangründungen bis in eine Tiefe von 5,50 Metern erforderlich.

Beginnend mit dem am tiefsten gelegenen der insgesamt vier Tiefgaragenbauwerke wurden die Gründungs- und Rohbauarbeiten unter anspruchsvollen geologischen Randbedingungen ausgeführt. Komplexe Bauwerksgeometrien mussten bereits in den Gründungsbauteilen präzise umgesetzt werden.

In den Tiefgaragen entstanden bis zu sechs Meter hohe Stahlbetonwände, die durch Schottwände mit integrierten, aufgeweiteten Stützen ausgesteift wurden. Auf diesen Konstruktionen lagerten Unterzüge mit außergewöhnlichen Abmessungen von bis zu 2,20 Metern Höhe und 1,80 Metern Breite, teilweise mit gevouteten Sonderquerschnitten. Die Planung und Herstellung der erforderlichen Sonderschalungen erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Team Holzbau und den Kollegen aus dem Betonelementwerk.

Ein besonderes Merkmal der Gesamtanlage ist das verkehrsfreie spätere Gelände. Die Erschließung erfolgt vollständig unterirdisch: Ein mehr als 100 Meter langer Tunnel bindet die vier Tiefgaragen an Kohlenbacher Talstraße an. Der Tunnel wurde in offener Bauweise hergestellt und bildete einen zentralen Bestandteil des komplexen Bauablaufs.

Teilweise werden die Tunnelbauwerke von bis zu vier Vollgeschossen der darüberliegenden Gebäude überbaut. Abhängig von der jeweiligen Höhenlage und der Lage der einzelnen Tiefgaragen musste der Tunnel teilweise bereits vor den angrenzenden Tiefgaragenbauwerken erstellt werden.

Hierdurch ergab sich eine besondere Herausforderung bei der Herstellung der Anschlussbereiche zwischen Tunnel und Tiefgaragen. Teilweise mussten bis zu fünf Meter hohe Außenwände der Tiefgaragen unmittelbar an die bereits bestehenden Tunnelwände betoniert werden. Aufgrund der vorhandenen Bauwerksstruktur mussten dabei einhäuptige Schalungssysteme zum Einsatz kommen.

Die unterschiedlichen Bauzustände, die großen Wandhöhen und die hohen Anforderungen an die Maßhaltigkeit der Anschlüsse mit umlaufenden Fugenbändern stellten dabei eine besondere schalungstechnische Herausforderung dar. Eine detaillierte Planung der Schalungsabschnitte und der Bauabläufe war erforderlich, um die komplexen Wandanschlüsse wirtschaftlich und präzise umzusetzen.

Zur Optimierung der Bauzeit wurden die Außenwände ab dem Erdgeschoss, soweit sie keine aussteifende Funktion übernehmen, als Betonvollfertigteile im eigenen Werk produziert. Die just-in-time-Anlieferung und Montage der Elemente ermöglichte einen effizienten und kontinuierlichen Bauablauf.

Eine weitere technische Besonderheit bildeten die auskragenden Dächer im Bereich der Haupteingänge und die darunter liegenden Bodenplattenabschnitte. Die komplexe Grundrissgeometrie setzt sich aus 21 unterschiedlichen Radien zusammen und stellte hohe Anforderungen an Vermessung, Schalungsbau und die örtliche Ausführung. Durch die Entwicklung und Herstellung elementierter Sonderschalungen im HolzElementWerk von KB konnte hierfür eine wirtschaftliche und präzise Lösung realisiert werden.

Als linienförmiges Auflager der Konstruktion dient eine Stahlbetonwandscheibe mit hohen Anforderungen an die Sichtbetonoberfläche. Eine großflächige Einlage wurde dabei flächenbündig zur Aufnahme der Briefkastenanlage integriert.

Durch eine akribisch geplante Taktung der einzelnen Bauteile und Bauabschnitte, abgestimmt auf die unterschiedlichen Höhenlagen des Geländes, konnte die ursprünglich angenommene Bauzeit bei diesem Großprojekt deutlich reduziert werden.

Die Erschließung der Gebäude erfolgt durch Stahlbetontreppenläufe aus eigener Fertigung. Ergänzend wurden Sichtbetontreppen mit integrierter Antirutschoberfläche hergestellt, die durch speziell angefertigte Matrizeneinlagen aus eigener Produktion ausgeführt wurden.

 

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