Im Zuge der Erschließung der Wohnüberbauung Sonnhalde im Waldkircher Ortsteil Kollnau entstand ein mehr als 100 Meter langes Tunnelbauwerk in offener Bauweise, das die Zufahrt zu vier terrassenförmig in den Hang integrierten Tiefgaragen bildet. Durch dieses Erschließungskonzept werden die insgesamt acht Mehrfamilienhäuser mit rund 150 Wohneinheiten nahezu vollständig unterirdisch erschlossen. Der ruhende Verkehr verschwindet aus dem Wohnumfeld – ein wesentlicher Beitrag zu einer hochwertigen städtebaulichen und landschaftlichen Gestaltung.
Das Stahlbetonbauwerk wurde als komplexe, monolithische Tragkonstruktion ausgeführt. Die Gründung erfolgt über Streifenfundamente, die durch unter der Fahrbahnplatte angeordnete Zug- und Verbindungsbalken miteinander gekoppelt und ausgesteift werden. Darauf aufbauend wurden bis zu 40 cm starke Stahlbetonwände hergestellt, die über biegesteife Rahmenecken mit der Stahlbetondecke verbunden sind und so ein dauerhaft tragfähiges Gesamttragwerk bilden.
Die geometrischen Anforderungen an das Bauwerk gingen dabei weit über konventionelle Tunnelkonstruktionen hinaus. Polygonale Grundrisse, mehrfach abgestufte Fundamentebenen, ständig wechselnde Höhenlagen sowie über sieben Meter hohe Stahlbetonwände verlangten eine außergewöhnlich präzise Arbeitsvorbereitung und Ausführung. Hinzu kamen Deckenplatten in großer Höhe sowie anspruchsvolle Abdichtungsdetails mit umlaufenden Fugenbändern und Rückbiegeanschlüssen zur kraftschlüssigen Einbindung der Fahrbahnplatte.
Eine besondere ingenieurtechnische Herausforderung stellte die Herstellung der Fahrbahnplatte dar. Aufgrund ihrer zweifach gekrümmten Geometrie mussten die Ausführungsunterlagen bereits in der Arbeitsvorbereitung dreidimensional aufbereitet und exakt auf die Baustellenabläufe abgestimmt werden. Erst diese präzise Vorbereitung ermöglichte es unseren Fachkräften, die komplexen Oberflächen mithilfe modernster Vermessungstechnik millimetergenau in Stahlbeton umzusetzen.
Das Tunnelbauwerk übernimmt dabei weit mehr als die Funktion einer Erschließungsstraße. In Teilbereichen bildet es gleichzeitig das Kellergeschoss der darüber errichteten viergeschossigen Wohngebäude und ist damit integraler Bestandteil des statischen Gesamtkonzepts der Wohnanlage. Tragwerk, Abdichtung, Verkehrsfläche und Gebäudestruktur greifen unmittelbar ineinander und stellen höchste Anforderungen an Planung und Ausführung.
Komplexe Ingenieurbauwerke entstehen nicht allein durch statische Berechnungen. Sie sind das Ergebnis einer präzisen Arbeitsvorbereitung, intelligenter Bauablaufplanung und einer handwerklichen Ausführung auf höchstem Niveau. Gerade dort, wo anspruchsvolle Geometrien, hohe statische Anforderungen und komplexe Detailausbildungen aufeinandertreffen, zeigt sich die Bedeutung von Erfahrung, Fachwissen und dem Können unserer Mitarbeiter. Wir verstehen Bauwerke, bevor wir sie bauen – und schaffen Lösungen, die Funktionalität, Dauerhaftigkeit und Ausführungsqualität dauerhaft miteinander verbinden.